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Beschreibung

PREISTRÄGER – Stadtteilgebäude Thelottviertel, Augsburg

Der Entwurf für das Stadtteilgebäude im Thelottviertel Augsburg versteht sich als städtebaulicher Vermittlungsbaustein zwischen heterogenen Maßstabsebenen, topografischer Kante und infrastrukturellem Knotenpunkt.

Ausgehend von der bestehenden städtebaulichen Fragmentierung entlang der Hangkante wird der Baukörper als räumlich verbindendes Brückenelement entwickelt, das nicht nur funktionale Verbindungen herstellt, sondern insbesondere den Maßstab des kleinteilig strukturierten Wohnquartiers wieder lesbar macht und neu fasst. Die Setzung reagiert damit auf die stadträumliche Lücke nicht additiv, sondern strukturbildend.

Zentrales Entwurfsprinzip ist die Ausbildung einer sequenziellen Platzfolge, die den Übergang zwischen Quartiersraum und Bahnhofsumfeld vermittelt und unterschiedliche öffentliche Intensitäten staffelt. Dadurch entsteht eine klare Hierarchisierung von Bewegungs-, Aufenthalts- und Kommunikationsräumen, die das Gebäude als urbanen Filter zwischen Stadtteil und Verkehrsinfrastruktur positioniert.

Das Nutzungskonzept folgt einem bewusst hybriden Ansatz. Das Gebäude wird als offener urbaner Träger unterschiedlich programmierter Öffentlichkeiten verstanden: Bürgerhaus, kulturelle und bildungsbezogene Nutzungen, gastronomische Angebote sowie bahnhofsaffine Programme wie Tagung, Büro und Kongress verschränken sich zu einem multifunktionalen Stadtbaustein. Dabei entsteht kein funktionales Nebeneinander, sondern eine programmatische Überlagerung, die neue Formen urbaner Kopräsenz ermöglicht.

Ein prägendes strukturelles Element bildet die zweigeschossige Fahrradgarage, die nicht als reine Infrastrukturfläche, sondern als raumhaltiges Stadtelement konzipiert ist. Sie wirkt als Sockelzone und vermittelt zwischen Platzniveau, Hangkante und oberer Stadtebene. Durch gezielte Öffnungen, Rampen- und Treppensysteme entsteht ein kontinuierliches Bewegungsgefüge, das unterschiedliche Höhenniveaus miteinander verknüpft und die Durchlässigkeit des Baukörpers erhöht.

Die Fassadengestaltung mit vertikaler Gliederung interpretiert die funktionale Vielschichtigkeit des Gebäudes als architektonische Ordnung. Transparenz und Rhythmus der Hülle machen die innere Programmatik ablesbar, ohne sie zu illustrieren, und erzeugen ein changierendes Verhältnis zwischen Offenheit und Verdichtung.

Insgesamt versteht sich der Entwurf als Versuch, Stadt nicht als Addition einzelner Funktionen, sondern als räumlich organisierte Überlagerung von Öffentlichkeiten zu denken. Das Stadtteilgebäude wird damit zum katalytischen Element einer erneuerten urbanen Identität im Thelottviertel.

Kunde

Stadt Augsburg

Eckdaten
STATUS Abgeschlossen
KUNDE Stadt Augsburg
TYP Wettbewerb
ZEIT 2017
GRÖSSE 5000m²
ORT Augsburg